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Freitag, 20. September 2019

Photo: Daniel Ernst, Fotolia LLC

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"Morgenstimmung" im Märkischen Kreis

Märkische Jugendsinfonieorchester zu Gast in der Jugendherberge Morsbach


Es herrscht Trubel in der Jugendherberge Morsbach: Aus allen Räumen dringen unterschiedlichste Klänge, Jung-Musiker mit Instrument und Notenständer suchen sich eine ruhige Ecke zum Proben und Günni, das Orchester-Maskottchen, lauscht natürlich andächtig. Bereits zum 7. Mal ist das Märkische Jugendsinfonieorchester, kurz MJO, in der Jugendherberge Morsbach zu Gast. Im Rahmen einer 7-tägigen Arbeitsphase bereiten sich die jungen Künstler mit neun Dozenten und dem Dirigenten Thomas Grote auf mehrere Vorführungen vor, die Mitte Januar im Märkischen Kreis stattfinden.

„Die Jugendherberge Morsbach ist für uns super geeignet“, so Inge Kohlgrüber, Organisatorin des MJO und tätig beim Fachdienst Kultur des Märkischen Kreises. Neben ausreichend Schlafmöglichkeiten und 6 Probenräumen stehen dem Orchester im nahe gelegenen Gertrudisheim weitere Probenmöglichkeiten sowie ein großer Saal zur Verfügung, in dem die Tutti-Proben mit allen Musikern und die öffentlich Generalprobe stattfinden. Außerdem hat das MJO die Jugendherberge über den Jahreswechsel ganz für sich alleine: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich unsere ‚Dienstzeiten’ schlecht mit anderen Gruppen kombinieren lassen“, erklärt Dirigent Thomas Grote.

Die jungen Musiker fühlen sich in der Jugendherberge Morsbach richtig wohl. Besonders vom Essen schwärmen die Jugendlichen. Das bestätigt auch Organisatorin Inge Kohlgrüber und erzählt vom „legendären Silvesterbuffet“, mit einer Torte mit einem kleinen Dirigenten mit Frack und Taktstock drauf. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum die jungen Musiker sich ein Silvester ohne MJO nicht mehr vorstellen können.

Für die jungen Künstler ist der Aufenthalt immer wieder ein besonderes Erlebnis. Hier entstehen Freundschaften fürs Leben, sogar Ehen sind schon geschlossen worden. Die Teilnahme am MJO zieht sich oft über mehrere Generationen hinweg: Jüngere Geschwister folgen dem Beispiel der Älteren, Kinder treten in die Fußstapfen der Eltern. Im Orchester kennt man sich – die vertraute Atmosphäre unter den Teilnehmern fällt auf, sobald man die Probenräume betritt. Aber auch zum Kontakte knüpfen sei die Probenphase wichtig, sagt Stefan Quandel. Der 22-jährige Student der Musikwissenschaften ist bereits zum 13. Mal dabei, dieses Mal als Betreuer. Auch Regina Dorn ist ein „Alter Hase“ – sie nahm schon beim ersten MJO Probenaufenthalt 1989 teil. Vor einigen Jahren wurde die erfahrene Fagottistin als Besetzung des Kontrafagotts – einem eher seltenen Instrument – „reaktiviert“. An der Stimmung und Atmosphäre habe sich seit der ersten Arbeitsphase im Jahre 1989 nichts verändert, so Regina Dorn. Nur das Orchester habe sich musikalisch weiterentwickelt und die Jugendherbergen sowieso.  

Große, geräumige Zimmer, größtenteils mit eigenem Bad und Internetzugang über W-LAN machen die Jugendherberge Morsbach zu einer beliebten Unterkunft gerade bei Jugendlichen. Auch die Freizeitausstattung ist anders als noch vor 20 Jahren: Ein asphaltierter Bolzplatz hinterm Haus, ein Diskoraum sowie ein eigenes Kino stehen zur Verfügung. Viel Freizeit bleibt den jungen Leuten allerdings nicht. Das Proben steht natürlich im Vordergrund: „Wir wollen ein gewisses Niveau erreichen und dafür brauchen wir Zeit“, so Grote. Dass es den Jugendlichen nicht an Motivation mangelt, erzählt Christoph Corazolla, Dozent der Cellisten. Trotz des Schlafdefizits zeigten die Jugendlichen einen enormen Einsatz und ließen sich die Müdigkeit nicht anmerken. Dadurch könne in kurzer Zeit sehr viel erreicht werden.

Davon können sich alle Interessierten selbst überzeugen. Das MJO gibt Mitte Januar drei Konzerte des aktuellen Programms „Morgenstimmung“ im Märkischen Kreis. Der Name des Programms hat seinen Ursprung übrigens in der guten Stimmung, die bei den Arbeitsphasen des MJO schon am frühen Morgen spürbar ist.

Die nächsten Arbeitsphasen sind auch schon geplant. Dass einige Jugendherbergen im Rheinland, die sogenannten Musik-Jugendherbergen, extra für die Anforderungen von Musikgruppen ausgestattet sind, hilft bei der Organisation der Probenaufenthalte enorm, freut sich Inge Kohlgrüber. Nur dank dem Engagement des Märkischen Kreises, dem eigens gegründeten Förderverein „Pro MJO e.V.“ und natürlich den zahlreichen Dozenten, die sich auch in ihrer Freizeit für den Bestand des MJO einsetzen, sind die Arbeitsphasen überhaupt möglich.

In Morsbach wird das MJO ganz bestimmt auch bald wieder zu Gast sein. Denn ab dem nächsten Jahr verfügt der beschauliche Ort im Bergischen Land über eine neue Aula und Veranstaltungshalle. Viel Platz, hohe Decken und eine gute Akustik versprechen besonders gute Bedingungen für die öffentliche Generalprobe des MJO.

Verweise:

http://portraits.klassik.com/musikreisen/portrait.cfm?OrganizerID=3930


Verantwortlich für den Inhalt: Jugendherberge Morsbach
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